Bist du internetsüchtig?

[sc:TheAlternativeDaily]

Wenn der Blick auf den Bildschirm zum Zwang wird

Wenn der Blick auf den Bildschirm zum Zwang wird

Wer von uns hat nicht schon einmal mitten im Gespräch eine SMS beantwortet oder den Facebook Status aktualisiert? Während dieses Verhalten zwar unhöflich ist, stellt sich die Frage, ob die derzeitige Obsession mit Technologie sich als eine Sucht qualifiziert?

2013 wurde in Pennsylvania das erste Krankenhaus basierende Internet-Sucht Rehabilitationsprogramm im Bradford Regional Medical Center eröffnet. Das neues Programm bietet Einzel-, Gruppen- und Familienberatung für Internetsüchtige. Während die Fortschritte in der Technologie dazu geführt haben, dass wir quasi ständig verbunden sind, ist das Phänomen der Internetsucht nichts neues.

Dr. Kimberly Young begann schon 1996 zu studieren, wie die Nutzung des Internets unser Leben beeinträchtigt. In einer ihrer anfänglichen Studien nahm sie die Ähnlichkeit zwischen Alkohol- und Drogensüchtigen im Vergleich zu Internetsüchtigen unter die Lupe. Einige ihrer späteren Studien legten die Verbindung zwischen Internetsucht und Depressionen offen.

Vielleicht sagst du jetzt: “Aber das Internet hat die Welt verändert!”. Und in vielen Fällen zum Besseren. Noch nie war es so einfach mit Menschen aus aller Welt zu kommunizieren.

Und mit der Einführung von sozialen Medien können wir endlich wieder Kontakt zu alten Schulfreunden und entfernten Verwandten aufnehmen und sogar zukünftige Arbeitgeber mit unseren LinkedIn und Twitter-Konten beeindrucken. Wie kann die heutige Internet-Technologie also als negativ empfunden werden?

Forscher und Ärzte schlagen nicht vor, dass wir unsere kostbaren kleinen Geräte entsorgen, sondern analysieren, warum die Menschen ständig ihre Handys und Tablets in der Hand haben müssen. In manchen Fällen nehmen diese kleinen “nur noch mal schnell auf Facebook schauen” Momente die Zeit für wichtigere Aufgaben weg oder unterbrechen uns immer wieder bei wichtigen Dingen wie der Arbeit.

Ähnlich wie bei jeder Abhängigkeit wird das Verhalten dann zu einem Problem, wenn es zwanghaft wird und das tägliche Leben stört. Bei einigen Menschen geht das Facebook & Co. Phänomen so weit, dass sie kaum noch soziale Interaktionen außerhalb dieser “sozialen” Netzwerke pflegen. Viele suchen immer und immer wieder Bestätigung, indem sie Beiträge und Selfies posten und werden regelrecht süchtig nach “Gefällt mir’s“.

Wieder andere haben mit einer anderen Form der Internetsucht zu kämpfen. Gerade Männer neigen dazu, süchtig nach Internet-Pornographie zu werden, während Frauen eher süchtig nach Internet-Shopping sind.

Aber woran genau merkst du, ob du internetsüchtig bist? Experten empfehlen, dass du deine Verhaltensweisen analysierst. Wie viele Geräte hast du und sind diese ständig bei dir? Frag dich, warum du dich gerade einloggst. Der Arbeit wegen oder einfach zum Zeitvertreib? Achte auf deine Muster. Dr. Young hat ein Internet-Sucht Diagnostik Questionaire (IADQ) entwickelt, um herauszufinden, ob Patienten internetsüchtig sind.

Wenn drei oder mehr der folgenden Punkt auf dich zutreffen, ist es an der Zeit, dir eine Technologie-Pause zu gönnen.

  • Nimmt das Internet einen Großteil deiner Zeit und Gedanken in Anspruch? (denkst du, wenn du nicht online bist ständig an Online-Aktivitäten oder antizipierst deine nächste Online-Sitzung?)
  • Merkst du, dass du das Internet immer länger verwendest, um ein Gefühle der Zufriedenheit zu erlangen?
  • Hast du bereits erfolglos versucht, deine Internet-Nutzung einzuschränken oder zu stoppen?
  • Bleibst du oft länger online, als ursprünglich vorgesehen?
  • Hast du mit deinem Verhalten den Verlust einer Beziehung, Bildungs- oder Karrierechancen riskiert?
  • Lügst du deine Familie oder andere an, um den tatsächlichen Umfang deiner Internet-Aktivitäten zu verbergen?
  • Nutzt du das Internet, um Problemen zu entfliehen oder um Gefühlen von Hilflosigkeit, Schuldgefühlen, Angst und Depression zu entfliehen?

Falls du mehrere dieser Fragen mit Ja beantwortet hast, solltest du dir, wie angesprochen, eine Technologie-Pause gönnen und wieder aktiver am wirklichen Leben teilnehmen, beispielsweise in Form eines neuen Hobbies.

 

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

[sc:BottomPost1 ]

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.